Angsthase macht Stand Up Paddling

Halli Hallo

Ich gestehe euch etwas: Ich bin ein Angsthase.
Dinge die ich nicht kenne, nicht kontrollieren kann, welche schnell sind, wo ich fallen kann, all das macht mir Angst. Ich denke zu viel nach, informiere mich umfassend bevor ich etwas mache, wiege die Risiken ab und überwinde mich dann eventuell. Manchmal bin ich dann vor Angst so angespannt und verkrampft, dass ich mich gar nicht freuen kann.

Nach wie vor, trotz den vielen Jahren, die ich mich mit der Akzeptanz von mir und meinem dicken Körper beschäftige, kommen doch immer wieder alte, in meinem Hirn eingebrannte Gedanken hoch.

Was, wenn ich zu dick bin dafür?
Was, wenn das Material meinem Körpergewicht nicht stand hält?
Was, wenn etwas passiert?
Und wenn ich mich blamiere und mich alle auslachen?

Dazu kommt der Stolz und der Wunsch doch alles gut machen zu wollen.

Die Erkenntnis, wie viele solche Gedanken immer wieder in meinem Kopf herum schwirren, macht mich traurig.

In einem mutigen und kraftvollen Moment ging ich zu den Beach Boys von der Kiteschule nebenan und liess mir erklären, wie das Stand Up Paddling funktioniert.

Nachdem ich die ersten Minuten kniend auf dem Brett verbrachte, habe ich mich ans Aufstehen gewagt. Orientiert am Mittelpunkt vom Brett, habe ich rasch die Balance gefunden. Noch etwas wackelig habe ich langsam etwas vorwärts gepaddelt.

Zwischendurch bin ich sitzend weiter raus Richtung Sonnenuntergang gepaddelt. Ich war so happy, ich habe auf dem Meer draussen gesungen, gelacht und gejauchzt! Pure Freude und Ekstase.

Wider meiner Erwartungen bin ich nicht ins Wasser gefallen (was auch egal gewesen wäre, denn viele, die das erste Mal Stand Up Paddlen – egal ob dünn oder dick – fallen ein paar Mal ins Wasser). Ich hatte nicht das Gefühl, dass mich jemand auslacht oder ich mich blamiere. Der Vermieter hat sogar zu Simon gemeint, dass ich eine sehr gute Balance besässe.

Aber das wichtigste von allem: Ich war so glücklich.
So glücklich, es gewagt zu haben. Den Wind im Gesicht, die untergehende Sonne, die Sicht auf die ganze Bucht. So nahe meinem geliebten Meer zu sein und dieses Gefühl von Freiheit und Lebensfreude, das Leben mit allen meinen Sinnen zu spüren.

Was ich für mich daraus mitnehmen will: Weniger denken, öfters probieren. Spass haben, auch einfach am ausprobieren. Ich muss nicht alles gleich können, ich darf auch scheitern! Mutig sein und das Leben geniessen.

Unterdessen war ich ein zweites Mal auf dem Meer draussen und fühlte mich dabei sehr viel ruhiger als beim ersten Mal und empfand das Paddeln als sehr entspannend.

Alles Liebe
Melanie